Archiv für April 2011

Um was geht’s?

Seit vielen Jahren ist die Nutzung der Gentechnik ein in Deutschland gesellschaftlich sehr umstrittenes Thema. Rund 80% der Bevölkerung lehnen konstant die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln ab. Doch die Industrielobby und die Konzerne lassen nicht locker und versuchen Jahr für Jahr neue Versuchsfelder und Anbauflächen durchzusetzen. Europaweit formiert sich ein immer größerer Widerstand gegen die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hochsubventionierten Prestigeprojekt Gentechnik. Doch in den USA und vielen Ländern des globalen Südens hat sich der Anbau von GVO-Pflanzen z.B. bei Raps, Mais und Soja schon großflächig durchgesetzt. Multinationale Konzerne wie Monsanto und BASF versuchen ihr Saatgut und die dazugehörigen Gifte und Dünger in möglichst großem Maßstab zu etablieren. Biologische Risiken, wie die Auskreuzung und Verbreitung der GVO-Pflanzen weit über die einzelnen Anbauflächen hinaus, aber auch gesundheitliche Risiken und die Wirkungen auf das Ökosystem werden oft fahrlässig vernachlässigt. Eine weit verzweigte Lobby aus PolitikerInnen, VerwaltungsbeamtInnen, Konzernen und WissenschaftlerInnen arbeitet unablässig daran, Anbauverbote und Richtlinien für den GVO-Anbau abzubauen. Mit Imageprogrammen verbreiten sie in den Medien unablässig ihre Botschaft, nur die Gentechnik können den Hunger auf der Welt besiegen. Doch nicht nur Millionen von Kleinbauern in den Ländern des Südens sehen das anders: Sie sehen die Konzerne, ihre Patente und Marketingstrategien als eine wesentliche Ursachse für die Armut und den Hunger in der Welt.
Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe einen umfassenden Blick auf die Entwicklung im Bereich der Gentechnik, insbesondere der Agro-Gentechnik, werfen. In unseren Veranstaltungen werden wir auf die verschiedenen Problemfelder eingehen, ExpertInnen berichten lassen und für Vernetzung sorgen. Dabei soll es uns auch um Handlungsperspektiven gegen die Ausbreitung der Agro-Gentechnik gehen. Wir wollen Menschen aus Netzwerken des Widerstands berichten lassen und zur weiteren Vernetzung beitragen.

Die Teilnahme an den Abendveranstaltungen ist kostenlos. Bei den Tagesseminare sowie beim Wochenend- und Wochenseminar werden geringe Teilnahmebeiträge für Verpflegung und evtl. Unterbringung erhoben. Außerdem können wir die Fahrtkosten von TeilnehmerInnen teilweise übernehmen.

27. April: Filz in der Agro-Gentechnologie

Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Immer wieder wird einen intensiver Filz zwischen dem US-Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt. Doch Monsanto ist weit weg. Wie aber sieht es in Deutschland aus? Warum werden hier immer neue Felder angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen wollen? Warum wird fast nur noch Gentechnik gefördert, wenn es um landwirtschaftliche Forschung geht? Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik bietet eine erschütternde Erklärung. Denn: In den vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden – oft sind sie direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden.
Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen, Biotechnologieparks etc. sind entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder veruntreut, hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten der Beteiligten verliert.

Die Veranstaltung findet im Kultur und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ )statt.
Adresse: Bernkasteler Str. 78 , 13088 Berlin
Verkehrsverbindungen: Tram M4, M13, 12, 27


Veranstaltungsbeginn: 19.00 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos.

schaubildfilz

11. Mai: Trends der Gentech-Global Player

Vortrag & Diskussion

mit Christof Potthof und Anne Bundschuh
(Gen-ethisches Netzwerk Berlin)

Es gibt eine lange Reihe ausgesprochen guter Gründe, gegen die Agro-Gentechnik (= Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion) zu sein – dafür schadet es allerdings nicht, ein Bisschen über sie zu wissen.
Agro-Gentechnik ist mehr als Monsanto-Mais und BASF-Kartoffeln. Wer sind die Akteure, was verbirgt sich hinter den Projekten? Schnell wird sichtbar werden, dass verdammt viele Gentechniker und Gentechnikerinnen an ziemlich vielen Pflanzen und deren Eigenschaften ‚herumwerkeln‘.
In der Veranstaltung soll nicht weniger als ein Überblick versucht werden.
Vorwissen und Fragen sind bestimmt keine Bedingung für eine Teilnahme – jedoch schadet weder das eine noch das andere.

Die Veranstaltung findet im Kultur und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ )statt.
Adresse: Bernkasteler Str. 78 , 13088 Berlin
Verkehrsverbindungen: Tram M4, M13, 12, 27


Veranstaltungsbeginn: 19.00 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos.

2. Juni (Himmelfahrt): Aktiv gegen Gentechnik

Tagesseminar für und mit AktivistInnen und Leuten, die aktiv werden wollen.

Unter anderem…
Projektwerkstatt / Gießener FelderbefreierInnen
KWS Gentechnikfrei (Witzenhausen)

In den vergangenen Jahren hat es eine Vielzahl von Aktionen gegen die Agro-Gentechnik gegeben. Die Aktionsformen reichten von Feldbefreiungen über Feldbesetzungen bis hin zu Anti-Gentechnik-Kampagnen, Gentechnikfreien Regionen etc.. Wir wollen in diesem Seminar einen kleinen Einblick in die Praxis des Gentechnik-Widerstands geben, unsere Erfahrungen austauschen und gemeinsam über Perspektiven für den Gentechnik-Widerstand nachdenken. Das Seminar richtet sich an AktivistInnen und welche, die es gern werden wollen und soll möglichst partizipativ (einbeziehend) und offen angelegt sein.

Das Seminar findet im Kultur und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ )statt.
Adresse: Bernkasteler Str. 78 , 13088 Berlin
Verkehrsverbindungen: Tram M4, M13, 12, 27


Veranstaltungsbeginn: 10.00 Uhr
Veranstaltungsende: 18.30 Uhr

Für Verpflegung während des Seminars wird gesorgt (gegen Spende).

Die Teilnahme ist kostenlos.

Mi. 22.Juni.: Gentechnik, Armut & Welthunger im globalen Süden

Veranstaltung mit Ursula Gröhn-Wittern
(Agrarkoordination)

Gentechnik wird uns in Medien und Konzernwerbung versucht als die Lösung für das Ernährungsproblem in den Ländern des Südens präsentiert. Doch vielerorts ist sie nicht Lösung sondern Ursache für Armut, Hunger und Umweltzerstörung und Abhängigkeit. In vielen Ländern des globalen Südens ist die Agro-gentechnik stark auf dem Vormarsch. In Südamerika sind es vor allem Baumwolle, Soja, von denen weltweit bereits mehr als 2/3 der Ernte von gentechnisch veränderten Pflanzen stammt. Doch auch beim Maisanbau in Entwicklungsländern ist die Gentechnik auf dem Vormarsch. Ein großer Teil der Ernte wird als Futtermittel in den Norden exportiert.
Wir wollen hinter die Kulissen blicken und die Folgen des Einsatzes der Gentechnik im globalen Süden aufzeigen.

Die Veranstaltung findet im Kultur und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ )statt.
Adresse: Bernkasteler Str. 78 , 13088 Berlin
Verkehrsverbindungen: Tram M4, M13, 12, 27


Veranstaltungsbeginn: 19.00 Uhr

Die Teilnahme ist kostenlos.

24.-26. Juni: Gentechnik entFILZen -> VERSCHOBEN

ACHTUNG! DAS SEMINAR WURDE KURZFRISTIG AUF HERBST 2011 VERSCHOBEN! Weitere Infos folgen.

Wochenendseminar

Das Seminar startet mit einer Einführung in die Agro-Gentechnik und einer Zusammenfassung der aktuellen Entwicklungen der Konzerne, Wissenschaft und Politik. Wir wollen ebenso auf die verfilzten regionale Strukturen schauen, wie auf die internationalen Ambitionen der Gentechnik-Förderer. Ein Besuch beim Gen-ethischen-Netzwerk wird uns Aufschluss über die aktuellen Trends bei den Global Playern geben und die Arbeitsweisen des Netzwerks aufzeigen. Wir schauen auch über den eigenen Tellerrand hinaus auf die Auswirkungen im globalen Süden.
Doch was können wir tun, um der Gentechnik wirkungsvoll und nicht nur regional entgegen zu treten? In dem Seminar wollen wir die zentralen Inhalte der Gentechnikkritik aufzeigen und gemeinsam Widerstandsperspektiven erarbeiten. Ziel ist eine breite Vernetzung verschiedener AktivistInnen von LandwirtInnen über Umweltschutz- bis hin zu entwicklungspolitischen AktivistInnen.

Das Seminar findet im Kultur und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ) statt.
Adresse: Bernkasteler Str. 78 , 13088 Berlin
Verkehrsverbindungen: Tram M4, M13, 12, 27

Veranstaltungsbeginn: Fr. 18:00 Uhr
Veranstaltungsende: So. 15:00 Uhr

Eine Voranmeldung ist erforderlich bei: seminar(at)kubiz-wallenberg.de oder telefonisch unter 030 868701519

Für Verpflegung (und ggfls. Unterbringung) während des Seminars wird gesorgt.

Für Verpflegung und Unterkunft wird ein Teilnahmebeitrag erhoben.
Fahrtkosten können bei auswärtigen TeilnehmerInnen auf Anfrage zumindest teilweise erstattet werden.