Um was geht’s?

Seit vielen Jahren ist die Nutzung der Gentechnik ein in Deutschland gesellschaftlich sehr umstrittenes Thema. Rund 80% der Bevölkerung lehnen konstant die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln ab. Doch die Industrielobby und die Konzerne lassen nicht locker und versuchen Jahr für Jahr neue Versuchsfelder und Anbauflächen durchzusetzen. Europaweit formiert sich ein immer größerer Widerstand gegen die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hochsubventionierten Prestigeprojekt Gentechnik. Doch in den USA und vielen Ländern des globalen Südens hat sich der Anbau von GVO-Pflanzen z.B. bei Raps, Mais und Soja schon großflächig durchgesetzt. Multinationale Konzerne wie Monsanto und BASF versuchen ihr Saatgut und die dazugehörigen Gifte und Dünger in möglichst großem Maßstab zu etablieren. Biologische Risiken, wie die Auskreuzung und Verbreitung der GVO-Pflanzen weit über die einzelnen Anbauflächen hinaus, aber auch gesundheitliche Risiken und die Wirkungen auf das Ökosystem werden oft fahrlässig vernachlässigt. Eine weit verzweigte Lobby aus PolitikerInnen, VerwaltungsbeamtInnen, Konzernen und WissenschaftlerInnen arbeitet unablässig daran, Anbauverbote und Richtlinien für den GVO-Anbau abzubauen. Mit Imageprogrammen verbreiten sie in den Medien unablässig ihre Botschaft, nur die Gentechnik können den Hunger auf der Welt besiegen. Doch nicht nur Millionen von Kleinbauern in den Ländern des Südens sehen das anders: Sie sehen die Konzerne, ihre Patente und Marketingstrategien als eine wesentliche Ursachse für die Armut und den Hunger in der Welt.
Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe einen umfassenden Blick auf die Entwicklung im Bereich der Gentechnik, insbesondere der Agro-Gentechnik, werfen. In unseren Veranstaltungen werden wir auf die verschiedenen Problemfelder eingehen, ExpertInnen berichten lassen und für Vernetzung sorgen. Dabei soll es uns auch um Handlungsperspektiven gegen die Ausbreitung der Agro-Gentechnik gehen. Wir wollen Menschen aus Netzwerken des Widerstands berichten lassen und zur weiteren Vernetzung beitragen.

Die Teilnahme an den Abendveranstaltungen ist kostenlos. Bei den Tagesseminare sowie beim Wochenend- und Wochenseminar werden geringe Teilnahmebeiträge für Verpflegung und evtl. Unterbringung erhoben. Außerdem können wir die Fahrtkosten von TeilnehmerInnen teilweise übernehmen.