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21.1.2011: Aktiv gegen Gendreck & globale Agroindustrie

Aktiv gegen Gendreck & globale Agroindustrie

Tagesseminar

In den vergangenen Jahren hat es eine Vielzahl von Aktionen gegen die Agro-(Gentechnik-)Industrie gegeben. Die Aktionsformen reichten von Feldbefreiungen über Feldbesetzungen bis hin zu Saatgut- oder Anti-Gentechnik-Kampagnen. Wir wollen in diesem Seminar einen kleinen Einblick in die Praxis des Widerstands gegen die globalen Agrar-Multis, ihre Praktiken und ihre Lobby geben, unsere Erfahrungen austauschen und gemeinsam über Perspektiven für den Widerstand nachdenken. Das Seminar richtet sich an AktivistInnen und welche, die es gern werden wollen und wird möglichst partizipativ (einbeziehend) und offen angelegt sein.
Den Auftakt bietet, wie es das Thema nahe legt, der gemeinsame Besuch der bundesweiten Großdemonstration „Wir haben es satt!“. Danach werden wir tiefer in das Thema einsteigen und den Abend schließlich mit einem sehr informativen aber auch unterhaltsamen Multimediavortrag beenden. TeilnehmerInnen können gern auch erst nach der Demonstration hinzukommen. Über Voranmeldungen freuen wir uns.

Tagesprogramm:
9:30 Uhr Schilder malen, Info-Material-Austausch im Offenen Raum (Bastelmaterial ist vorhanden)
10:30 Uhr Abfahrt zur Demonstartion „Wir haben es satt!“ am Hauptbahnhof
15:00 Uhr Gemeinsame Rückfahrt von der Demonstration ins KuBiZ
16:00 Uhr Begrüßung der hinzugekommenen TeilnehmerInnen und Abendprogrammvorstellung (danach Essen // Büchertisch)
17:00 Uhr Kurzfilme: Aktionen und Aktiönchen gegen Agrarmultis und Gentech-Saatgut
17:30 Uhr Input: „Widerständig 2012: Welche Widerstandsperspektiven gegen Gendreck und Agrarmultis bieten sich für 2012?“
18:00 Uhr World-Café (Gesprächsrunden) zu den Themen „Gentechnik-Widerstand“, „Saatgutkampagnen“, „Ernährungssouveränität“
19:30 Uhr Ideensammlung&Auswertung + Vernetzung
20.30 Uhr: Ton-Bilder-Schau „Monsanto auf Deutsch – Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen“

Veranstaltungsort: Kultur- und Bildungszentrum Raoul Wallenberg (KuBiZ), Bernkasteler Str. 78, 13088 Berlin – im OFFENEN RAUM (EG)

Weitere Infos und Voranmeldung bei: seminar@kubiz-wallenberg.de oder Tel. 030 868701519

Um was geht’s?

Seit vielen Jahren ist die Nutzung der Gentechnik ein in Deutschland gesellschaftlich sehr umstrittenes Thema. Rund 80% der Bevölkerung lehnen konstant die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO) in der Landwirtschaft und in Nahrungsmitteln ab. Doch die Industrielobby und die Konzerne lassen nicht locker und versuchen Jahr für Jahr neue Versuchsfelder und Anbauflächen durchzusetzen. Europaweit formiert sich ein immer größerer Widerstand gegen die industrielle Landwirtschaft mit ihrem hochsubventionierten Prestigeprojekt Gentechnik. Doch in den USA und vielen Ländern des globalen Südens hat sich der Anbau von GVO-Pflanzen z.B. bei Raps, Mais und Soja schon großflächig durchgesetzt. Multinationale Konzerne wie Monsanto und BASF versuchen ihr Saatgut und die dazugehörigen Gifte und Dünger in möglichst großem Maßstab zu etablieren. Biologische Risiken, wie die Auskreuzung und Verbreitung der GVO-Pflanzen weit über die einzelnen Anbauflächen hinaus, aber auch gesundheitliche Risiken und die Wirkungen auf das Ökosystem werden oft fahrlässig vernachlässigt. Eine weit verzweigte Lobby aus PolitikerInnen, VerwaltungsbeamtInnen, Konzernen und WissenschaftlerInnen arbeitet unablässig daran, Anbauverbote und Richtlinien für den GVO-Anbau abzubauen. Mit Imageprogrammen verbreiten sie in den Medien unablässig ihre Botschaft, nur die Gentechnik können den Hunger auf der Welt besiegen. Doch nicht nur Millionen von Kleinbauern in den Ländern des Südens sehen das anders: Sie sehen die Konzerne, ihre Patente und Marketingstrategien als eine wesentliche Ursachse für die Armut und den Hunger in der Welt.
Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe einen umfassenden Blick auf die Entwicklung im Bereich der Gentechnik, insbesondere der Agro-Gentechnik, werfen. In unseren Veranstaltungen werden wir auf die verschiedenen Problemfelder eingehen, ExpertInnen berichten lassen und für Vernetzung sorgen. Dabei soll es uns auch um Handlungsperspektiven gegen die Ausbreitung der Agro-Gentechnik gehen. Wir wollen Menschen aus Netzwerken des Widerstands berichten lassen und zur weiteren Vernetzung beitragen.

Die Teilnahme an den Abendveranstaltungen ist kostenlos. Bei den Tagesseminare sowie beim Wochenend- und Wochenseminar werden geringe Teilnahmebeiträge für Verpflegung und evtl. Unterbringung erhoben. Außerdem können wir die Fahrtkosten von TeilnehmerInnen teilweise übernehmen.